Darum geht’s beim MAHE‑Projekt
Das renommierte Forschungszentrum Eurac Research führt die Untersuchung durch und will die bisherigen Arbeiten, die sich hauptsächlich mit extremen Höhen beschäftigten, erweitern. Untersucht wird systematisch, wie sich das Leben auf mittleren Höhen, konkret zwischen 2.000 und 2.500 Metern, auf die Gesundheit auswirkt. Das Kernziel ist, die Datenlage zu verbessern und belastbare, vergleichbare Informationen zu liefern. Gleichzeitig soll geklärt werden, welche gesundheitlichen Zusammenhänge mit diesen Höhenlagen bestehen.
Die Studie findet im idyllischen Rifugio Nino Corsi, auch als Zufallshütte bekannt, im Herzen des Stilfserjoch‑Nationalparks in Südtirol statt. Diese Umgebung bietet gute Voraussetzungen, um Einflüsse wie verminderten Luftdruck, geringeren Sauerstoffgehalt und stärkere UV‑Strahlung auf Lebenserwartung und allgemeines Wohlbefinden zu untersuchen.
Ablauf und wer mitmacht
Der geplante vierwöchige Aufenthalt verlangt von den Teilnehmenden, ihren normalen Alltag, etwa im Homeoffice oder beim Studium, während der Studienzeit weiterzuführen. Gesucht werden 12 gesunde Frauen und Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren, die ursprünglich auf Meereshöhe leben. Ausgeschlossen sind bestimmte Gruppen, darunter Raucher, Leistungssportler und Personen mit Vorerkrankungen; diese Ausschlüsse dienen dazu, vergleichbare Daten zu erhalten.
Während des Aufenthalts werden zahlreiche Gesundheitsdaten erfasst, darunter Blutdruck, Schlafqualität, Ernährung und körperliche Aktivität. Diese Messgrößen sollen einen umfassenden Überblick über die Folgen der Höhenlage geben.
Bezahlung und öffentliche Resonanz
Eine wichtige, teils kontroverse Information betrifft die Vergütung. Obwohl anfangs von “fehlender Bezahlung” die Rede war, erhalten die Teilnehmenden tatsächlich 400 € für ihren Zeitaufwand. Trotz der hohen Anforderungen gingen überraschend schnell über 160 Bewerbungen ein, und zwar innerhalb weniger Stunden nach der Veröffentlichung des Aufrufs in der italienischen Tageszeitung La Repubblica. Dieses große Interesse zeigt, wie viele Menschen das Thema anspricht.
Forschungsstand und frühere Ergebnisse
Frühere Studien deuten bereits darauf hin, dass das Leben in großer Höhe positive Effekte auf Blutdruck und Stoffwechsel haben kann. Laufende Forschungen legen nahe, dass moderate Höhen eine schützende Wirkung gegen Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, Schlaganfälle und bestimmte Krebsarten haben könnten. Gleichzeitig gibt es Risiken: Atemwegserkrankungen verlaufen in höheren Lagen teilweise häufiger tödlich.
Der Beitrag von Umweltfaktoren, genetischen Anlagen und Lebensstil sowie deren Einfluss auf die Lebenserwartung wird durch diese Untersuchung weiter beleuchtet. Indem die Studie Faktoren wie Luftdruck und UV‑Strahlung oberhalb von 1.500 Metern in den Blick nimmt, sollen diese Einflüsse besser verstanden werden.
Die Ergebnisse dieser Studie könnten dabei helfen, gesundheitlich vorteilhafte Aspekte mittlerer Höhenlagen zu identifizieren und das Leben von Menschen in Bergregionen besser zu erklären und zu optimieren. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Erkenntnisse gewonnen werden und wie sie genutzt werden können.