Welche Airlines betroffen sind und welche Pleiten es gab
In den letzten Monaten haben mehrere Fluggesellschaften im Vereinigten Königreich, Schweden, Island und den Vereinigten Staaten Insolvenz angemeldet oder ihren Betrieb eingestellt. Eastern Airways und Blue Channels im Vereinigten Königreich zählen zu den auffälligen Fällen. In Schweden meldete Braathens Aviation im September 2025 Insolvenz an (später erfolgte eine Umstrukturierung zu Braathens Airlines) und sagte alle Flüge ab. Ebenso stellte Play Airlines in Island, ein Low-Cost-Carrier mit Sitz in Reykjavik, im selben Zeitraum den Betrieb ein.
In den USA kämpfen mehrere Anbieter mit finanziellen Problemen. Spirit Airlines beantragte am 29. August 2025 zum zweiten Mal Schutz nach Chapter 11 (US-Insolvenzverfahren). Total Air Services suchte letzten November in Texas denselben Schutz. Außerdem stellte Ravn Alaska im August 2025 den Betrieb ein, und Corporate Air reichte im September 2025 ein Chapter-11-Verfahren zur Umstrukturierung ein.
Air Calédonie: die Airline im Umbruch
Ein besonders komplizierter Fall ist Air Calédonie, die nationale Airline Neukaledoniens. Das französische Überseegebiet, bestehend aus über 130 kleineren Inseln im Südpazifik, ist stark auf Flugverbindungen angewiesen. Der jüngste Versuch, die Basis der Airline von Nouméa zu einem weiter entfernten Flughafen zu verlegen, löste fast zwei Monate anhaltende Proteste aus. Ein lokaler Senator warf der Airline vor, nicht kooperativ zu sein, weil die Bewohner nur schwer Zugang zum neuen Flughafen hätten.
Die Proteste hatten schwere Folgen: Air Calédonie konnte geplante Flüge nicht durchführen und transportierte fast zweihundert Familien nicht wie vorgesehen. Zudem wurden 220 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Ein(e) Vertreter(in) warnte gegenüber der Agence France-Presse, dass die Barmittel bis Anfang April aufgebraucht sein könnten, falls der Betrieb nicht wieder aufgenommen wird.
Rechtliche Schritte und was jetzt passieren kann
Um das Überleben zu sichern, beantragte Air Calédonie am 27. März Insolvenzschutz nach französischem Recht. Die Airline hofft, dass der gerichtliche Schutz es ermöglicht, bestimmte Inlandsflüge wieder aufzunehmen. Wird der Vorschlag abgelehnt, droht die Überführung der Vermögenswerte unter die Kontrolle einer unabhängigen Drittpartei, also Zwangsverwaltung (Verwaltung durch eine unabhängige Drittpartei).
Die Regierung, die in der Vergangenheit öfter eingegriffen hat, um den Zusammenbruch wichtiger Airlines zu verhindern, steht vor einer schwierigen Entscheidung. Die Lage wird durch die Proteste zusätzlich verkompliziert. Air Calédonie bleibt dennoch optimistisch und arbeitet aktiv an einer Lösung, die für alle Seiten akzeptabel ist.
Blick nach vorn: was das für die Zukunft heißt
Die Zukunft vieler regionaler Fluggesellschaften, darunter Air Calédonie, ist weiter unsicher. Die wirtschaftlichen Probleme und die Notwendigkeit verlässlicher Luftverbindungen zu entlegenen Regionen zeigen, wie wichtig diese Entwicklungen sind. Für viele Regionen sind solche Airlines eine lebenswichtige Verbindung zu wichtigen Dienstleistungen, und ihr Fortbestehen beeinflusst direkt die Erreichbarkeit und die wirtschaftliche Lage in diesen Gebieten. In diesem Umfeld werden Entscheidungen von Gerichten und Regierungen darüber entscheiden, wie die Erreichbarkeit und die wirtschaftliche Stabilität in den betroffenen Regionen erhalten werden.