Was Salz und Natrium im Körper tun
Natrium ist unverzichtbar für die neuronale Kommunikation: Es ist am Mechanismus des Aktionspotenzials beteiligt. Salz steuert außerdem das Flüssigkeitsgleichgewicht und das Durstverhalten im Körper. Andrew Huberman sagt dazu: „Das Natrium ist eines der Schlüsselelemente, das es Neuronen ermöglicht zu funktionieren, durch den Mechanismus, den wir Aktionspotenzial nennen.“
Ein Gleichgewicht von Natrium, Kalium und Magnesium ist wichtig für die Funktion des Gehirns und von Organen wie den Nieren. Die Nieren brauchen das Zusammenspiel von Natrium und Kalium, um Volumen und Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten zu regeln.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem „órgano vasculoso de la lámina terminal“, einer Hirnregion ohne die typische Blut-Hirn-Schranke. Dort werden niedrige Natriumwerte oder veränderter Blutdruck erkannt, und es werden Hormone zur Steuerung des Wasserhaushalts freigesetzt. Auf der Zunge und im Verdauungssystem sitzen Salzsensoren, die dem Gehirn Signale für Appetit und Aufnahme liefern. „Das Salz erfüllt mehrere sehr wichtige Funktionen im Gehirn und im Organismus“, betont Huberman.
Wie Durst den Körper beeinflusst
Man unterscheidet zwei Dursttypen: den osmotischen Durst, ausgelöst durch erhöhte Salzkonzentration im Blut, und den hypovolämischen Durst, der bei niedrigem Blutdruck auftritt. Beide Durstformen führen dazu, dass der Körper Wasser und Salz sucht, um das ausgewogene Flüssigkeitsaufnahme wiederherzustellen. Natrium und Wasser arbeiten dabei zusammen, um Flüssigkeit zu speichern oder auszuscheiden.
Das Hormon Vasopressin (auch antidiuretisches Hormon genannt) spielt hier eine große Rolle. Es signalisiert den Nieren, je nach Natriumkonzentration im Blut mehr Wasser zurückzuhalten oder auszuscheiden.
Gefahren bei zu viel oder zu wenig Salz
Zahlreiche Studien, die Andrew Huberman in seinem Podcast zitiert, zeigen: Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Salzzufuhr können schädlich sein. Bei zu viel Salz können Gehirnzellen anschwellen und Schaden nehmen; bei zu wenig kann die Gehirnfunktion beeinträchtigt werden. „Es existieren Dutzende oder sogar Hunderte qualitativ hochwertiger Studien, die zeigen, dass eine salzreiche Ernährung verschiedenen Organen schaden kann, einschließlich des Gehirns“, warnt Huberman.
Als allgemeine Empfehlung gilt eine maximale tägliche Salzaufnahme von 2,3 g, um kardiovaskuläre Risiken zu reduzieren. In speziellen Fällen, etwa bei orthostatischen Störungen (Blutdruckabfall beim Aufstehen) oder bei sehr intensivem Training, kann der Bedarf bis zu 10 g steigen. Wichtig bleibt, dass der Blutdruck eine zentrale Messgröße ist, um den individuellen Salzbedarf zu beurteilen.
Salz in der Ernährung und individuelle Bedürfnisse
Diätformen und Essgewohnheiten beeinflussen den Elektrolytbedarf stark. Menschen mit kohlenhydratarmer Ernährung verlieren mehr Wasser und Elektrolyte und müssen daher eventuell ihre Salz- und Kaliumzufuhr anpassen. „Wenn deine Diät kohlenhydratarm ist, musst du wahrscheinlich deine Aufnahme von Salz und Kalium beobachten und anpassen“, so Huberman.
In Kombination mit Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln kann Salz die sensorische Wahrnehmung im Gehirn verstärken und zu übermäßigem Essen führen. Deshalb wird eine Ernährung mit wenig verarbeiteten Lebensmitteln empfohlen, um den Natrium- und Elektrolytbedarf sinnvoll zu bestimmen.
Die Sache ist komplex, deshalb sollte jede Person ihre individuellen Bedürfnisse mit einem Arzt klären, vor allem bei bestimmten gesundheitlichen Problemen. Hubermans Einblicke zeigen, wie wichtig eine ausgewogene Salzzufuhr für unser Wohlbefinden ist. Leser sind eingeladen, ihre Ernährungsgewohnheiten zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen.