Wie drinnen und draußen zusammenwirken
Das Konzept beruht auf einer harmonischen Verbindung von Innen- und Außenbereichen. Die Struktur orientiert sich an einem zentralen, kreisförmigen Patio, um den ein gebogenes Modul verläuft. Diese Anordnung rückt die Landschaft tagsüber in den Mittelpunkt, während sich das Gebäude nachts um den Innenhof wendet. So entsteht eine 360°-Sicht (Rundumblick), die das Durchlaufen des Hauses sowohl dynamisch als auch eindrücklich macht.
Ein schönes Detail ist die Metapher des Hauses als “Sonnenuhr”, wie Fernanda Canales es beschreibt: „konzipiert als Sonnenuhr, die den Verlauf der Zeit registriert.“ Diese poetische Vorstellung unterstreicht die zeitlose Verbindung zwischen Architektur und Natur.
So passt sich das Haus an die Landschaft an
Das Projekt liegt in einem Tal mit steiler Topographie und ist von einem imposanten Berg und einem Vulkan umgeben. Bei der Planung standen die Anpassung an diese Gegebenheiten und der Erhalt der bestehenden Vegetation im Vordergrund. Das Gebäude ist in drei getrennte Bauteile gegliedert: das kreisförmige Hauptgebäude, ein unabhängiges Studio und ein rechteckiger Baukörper für zusätzliche Funktionen, was flexible Nutzungsmöglichkeiten schafft. Außerdem ist das gesamte Projekt ebenerdig angelegt, um eine nahtlose Integration in die Landschaft zu gewährleisten.
Man entschied sich für eine einzigartige Geschossstruktur, um die Interaktion mit der umgebenden Natur zu maximieren. Die große Terrasse bietet zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten und erweitert den Lebensraum nach außen.
Nachhaltig bauen und lokal produzieren
Das Haus ist ein gutes Beispiel dafür, wie nachhaltige Bauweisen in die Architektur integriert werden können. Mit Solarpaneelen wird eigene Elektrizität erzeugt, und durch Regenwassersammelsysteme wird der Wasserverbrauch nachhaltig gestaltet. In den Schlafzimmern sorgt eine hydronische Fußbodenheizung (wassergeführte Fußbodenheizung) für Wärme, und eine natürliche Belüftung in allen Räumen hilft, den Energiebedarf zu senken.
Ein zentraler Punkt des Designs ist die Verwendung von lokalen Materialien, darunter eine Mischung aus lokaler Erde und Beton. Diese Materialien verleihen dem Gebäude ein natürliches Finish und fügen sich ästhetisch in die Landschaft ein. Um mit den starken Temperaturschwankungen in der Region klarzukommen (bis zu 30 °C an einem Tag), agieren die Wände des Hauses als membranartige Puffer zwischen unterschiedlichen Temperaturzonen und Jahreszeiten.
Drinnen: handwerklich und lebendig
Die Innengestaltung und Möblierung sind von lokaler Handwerkskunst geprägt. Möbel, Accessoires und Beleuchtung wurden vor Ort produziert, was den ökologischen Fußabdruck reduziert und gleichzeitig die lokale Wirtschaft stärkt. Durch eine einfache und wirtschaftliche Wartungsstruktur soll eine lange Lebensdauer der Materialien gewährleistet werden.
Dieses Projekt zeigt, wie moderne Architektur durch nachhaltige Praktiken und Respekt vor der Umwelt neue Wege gehen kann. Indem funktionale, ästhetische und ökologische Anforderungen vereint werden, regt es dazu an, über die Zukunft des Bauens nachzudenken und die Verbindung zwischen gebautem und natürlichem Raum neu zu betrachten.