B-2 Tarnkappenbomber und US-Marineflugzeugträger vereinen sich jetzt mit Gunslinger-Raketen

B-2 Spirit in die maritime Schlagkraft einbinden – ein wegweisender Einsatz
B-2 Spirit in die maritime Schlagkraft einbinden – ein wegweisender Einsatz

Die Ankündigung der Vereinigten Staaten vom 24. Februar 2026 markiert einen wichtigen Moment in der modernen Militärstrategie. Eine B-2 Spirit des 509th Bomb Wing nahm an einer großen maritimen Schlagübung vor der Küste Kaliforniens teil. Das zeigt, wie Luft- und Seemacht immer enger zusammenwachsen und wie vernetzte Fähigkeiten bei großangelegten Operationen an Bedeutung gewinnen.

So wurde die B-2 Spirit eingebunden

Die B-2 Spirit, stationiert auf der Whiteman Air Force Base in Missouri, wurde mit Carrier Air Wing 11 der Theodore Roosevelt Carrier Strike Group gekoppelt. Diese Einheit, bestehend aus elf Kampfflugzeugen, operierte vor der kalifornischen Küste. Durch diese Zusammenarbeit lassen sich die technischen Vorteile der B-2 zusammen mit anderen Flugzeugtypen wie der F-35C und der F/A-18E Super Hornet optimal nutzen.

Bei der Übung feierte auch die AIM-174B „Gunslinger“ ihr operatives Debüt (eine luftgestützte Variante der Standard Missile-6, SM-6), vorgesehen für den Einsatz auf F/A-18E/F Super Hornets. Die Gunslinger erreicht über 483 km Reichweite und rund Mach 3,5 Geschwindigkeit, womit sie zu den am weitesten reichenden Luft-Luft-Raketen seit der AIM-54 Phoenix zählt. Damit ergänzt sie bestens die B-2 und die Super Hornets bei der Bekämpfung feindlicher Bomber und fortgeschrittener Flugzeuge. Wie Vice Adm. Daniel Cheever sagt: „Die Einführung der AIM-174B Gunslinger gibt der Super Hornet die Fähigkeit, gegnerische Kämpfer zu ‚überstechen‘ und innerhalb der Waffen-Engagement-Zone zu operieren.“

Neue Taktik: QUICKSINK

Ein zentraler Teil der Mission war die erweiterte Vernetzungsfähigkeit namens QUICKSINK. QUICKSINK wurde erprobt, um eine vernetzte maritime Schlagkraft zu schaffen, indem die B-2 zusammen mit F-35C und Super Hornets eingesetzt wurde. Ziel dieser Strategie ist es, fortgeschrittene integrierte Luftverteidigungssysteme (IADS) zu durchdringen und hochwertige C4ISTAR-Assets zu neutralisieren.

Ein früherer Erfolg dieser Taktik liegt in einer Übung im Nordatlantik mit norwegischen F-35-Jets, bei der präzisionsgelenkte Munition ein maritimes Ziel traf. Die B-2 übernimmt damit zunehmend auch eine Anti-Schiffs-Rolle und zeigt ihre Fähigkeit, großangelegte strategische Ziele anzugreifen. Ihre Fähigkeit zur Luftbetankung wird als „unbegrenzte Reichweite“ beschrieben, was sie zu einem überlebensfähigen Deep-Strike-Knoten im sogenannten Netzwerk-Tötnetzwerk („kill web“) macht.

Was das langfristig bedeutet

Im Rahmen der wachsenden Großmachtrivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China gewinnt diese integrierte militärische Kapazität an Bedeutung. Laut Vice Adm. Daniel Cheever könnte China bis 2075 eine Flugzeugträgerflotte besitzen, die der US Navy zahlenmäßig ähnelt. Diese Einschätzung stützt sich auf das rasche Anwachsen operativer Erfahrungen der chinesischen Marine mit ihren Flugzeugträgern und U-Booten sowie auf neue Anti-Schiffs-Raketen der PLA. Cheever betont: „Die Bedrohungen in 50 Jahren werden größer sein, vom Meeresboden bis zum Weltraum, sodass die gesamte US-Streitkraft vor einem komplizierteren Problem stehen wird.“

Vor diesem Hintergrund müssen die US-Streitkräfte vorbereitet sein, der zunehmenden Bedrohung entgegenzutreten und ihren strategischen Vorsprung zu halten. Die Übung vor der kalifornischen Küste zeigt, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, ihre vernetzten Fähigkeiten auszubauen und sowohl konventionelle als auch nichtkonventionelle Bedrohungen effizient zu neutralisieren. Das wirft Fragen auf über die künftigen Möglichkeiten und die Rolle integrierter militärischer Strategien.